Geschichte der SBB
Ein Zeitstrahl von den Anfängen bis heute
Tauchen Sie ein in die faszinierende Geschichte der Schweizer Eisenbahnen. In unserem Zeitstahl finden Sie spannende Beiträge rund um das Thema. Entdecken Sie Archivbilder, Objekte und bedeutende Ereignisse, die die Schweizer Bahngeschichte geprägt haben.
1902
Entstehung der SBB
Nach dem «Ja» zur Bundesbahn in der Volksabstimmung von 1898 übernimmt die SBB am 1. Januar 1902 den Betrieb und die Verwaltung der ersten Privatbahnen. Dieses Datum gilt als offizieller Geburtstag der Schweizerischen Bundesbahnen.
1906
Fertigstellung des Simplontunnels
Mit der Übernahme der Jura-Simplon-Bahn übernimmt die junge SBB auch den Bau der grenzüberschreitenden Tunnelverbindung zwischen Brig und Domodossola. 1906 wird der damals längste Eisenbahntunnel der Welt fertiggestellt.
1914
Ausbruch des Ersten Weltkriegs
Der Erste Weltkrieg stellt die SBB vor grosse Herausforderungen. Grenzüberschreitender Verkehr und Kohleversorgung brechen ein, gleichzeitig übernimmt die Bahn wichtige Aufgaben für die Landesversorgung.
1918
Entschluss zur Elektrifizierung
Als Folge des Ersten Weltkriegs beschliesst die SBB, ihr gesamtes Streckennetz schrittweise zu elektrifizieren. Strom aus Schweizer Wasserkraft soll die Abhängigkeit von importierter Kohle verringern.
1922
Elektrifizierung der Gotthardstrecke
Nur vier Jahre nach dem Entscheid zur Elektrifizierung ist die Gotthardstrecke bereits vollständig elektrifiziert. Als wichtigste Alpenverbindung der Schweiz wird sie zum Rückgrat des internationalen Transitverkehrs.
1935
Aufstieg der «Roten Pfeile»
Die stromlinienförmigen Leichttriebwagen setzen neue Massstäbe im Regionalverkehr. Sie sollen die Bahn gegenüber dem aufkommenden Automobil konkurrenzfähig halten und werden zum Symbol moderner Mobilität.
1939
Die stärkste Lokomotive der Welt
An der Landesausstellung 1939 präsentiert die SBB mit der Ae 8/14 die damals stärkste Lokomotive der Welt. Die «Landi-Lok» steht für technische Spitzenleistung und wird zum Symbol der «Geistigen Landesverteidigung».
1939
Ausbruch des Zweiten Weltkriegs
Die SBB stellt auch während des Kriegs die Mobilität der Schweiz sicher. Sie übernimmt wichtige Aufgaben für Landesversorgung und Mobilmachung und hält den Bahnverkehr trotz schwieriger Rahmenbedingungen aufrecht.
1947
100 Jahre Schweizer Bahnen
Zum Jubiläum der Schweizer Eisenbahnen lässt die SBB einen Nachbau der «Spanisch-Brötli-Bahn» von 1847 fertigen. Der historische Zug wird zum Publikumserfolg und begeistert auf seiner Rundfahrt durch das Land über 300‘000 Fahrgäste.
1951
Durchbruch der SBB-Standardpalette
Mit ersten Versuchen legt die SBB den Grundstein für den standardisierten Warentransport. Die Standardpalette ermöglicht schnellere Abläufe und effizientere Transporte und wird dank des Engagements der SBB später international zum Standard.
1956
Abschaffung der 3. Klasse
Mit der Umstellung vom Drei- auf das Zweiklassensystem leitet die SBB das Ende der «Holzklasse» ein. De facto wird dabei die bisherige 1. Klasse abgeschafft: Die alte 2. und 3. Klasse werden aufgewertet und bilden neu die beiden Reiseklassen.
1963
Einführung von Billettautomaten
Nach ersten Versuchen ab 1961 bestellt die SBB 1963 rund 300 Billettautomaten. Ab 1966 vereinfachen sie an Bahnhöfen den Billettkauf und markieren einen wichtigen Schritt zur Automatisierung des Kundenservices.
1968
Letzte reguläre Dampffahrt der SBB
Fünfzig Jahre nach dem Entscheid zur Elektrifizierung endet mit der letzten regulären Dampffahrt am 30. November 1968 die Ära der Dampflokomotiven. Die elektrische Traktion übernimmt nun endgültig den Eisenbahnbetrieb.
1972
Auslieferung der ersten Re 6/6
Mit der Re 6/6 erhält die SBB eine der leistungsstärksten Elektrolokomotiven ihrer Zeit. Sie ist speziell für den schweren Güterverkehr über den Gotthard entwickelt und ist teilweise noch bis heute im Einsatz.
1982
Einführung des Taktfahrplans
Die Vision von drei SBB-Mitarbeitenden macht möglich, was lange als undenkbar galt: Der Taktfahrplan. «Zu jeder Stunde ein Zug in jede Richtung.» Mit regelmässigen Verbindungen und optimierten Anschlüssen prägt das System den öffentlichen Verkehr der Schweiz bis heute.
1983
Eröffnung Centre Loewenberg
Mit dem Ausbildungszentrum Löwenberg schafft die SBB eine zukunftsorientierte Plattform für die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden. Praxisnahe Lern- und Übungsumgebungen sowie der Einsatz modernster Technik machen das Zentrum zum zentralen Lernort für die Bahnberufe.
1987
Halbtax-Abo für 100 Franken
Mit der Lancierung des Halbtax-Abos für 100 Franken erzielt die SBB einen unerwarteten Erfolg: Das Ziel von einer Million verkaufter Abos wird weit übertroffen. Fast ein Drittel der Schweizer Bevölkerung besitzt bald ein Halbtax.
1990
Betriebsaufnahme S-Bahn Zürich
Die erste S-Bahn der Schweiz nimmt ihren Betrieb auf. Unter dem Eindruck des Waldsterbens wird der öffentliche Verkehr in den 1980er-Jahren gezielt gefördert. Mit dem Zürcher Verkehrsverbund beginnt 1990 das Zeitalter der S-Bahnen und Tarifverbünde in den Agglomerationen.
1999
Neuorganisation der SBB
Mit der Bahnreform wird die SBB zur spezialgesetzlichen Aktiengesellschaft im Besitz des Bundes. Die neue Organisation stärkt Effizienz, Innovationskraft und Kundenorientierung und schafft die Grundlage für eine moderne, vernetzte Bahn.
2004
Inbetriebnahme Bahn 2000
Am 12. Dezember 2004 geht mit Bahn 2000 der grösste Fahrplanwechsel der Schweizer Bahngeschichte in Betrieb. Die neue Strecke Mattstetten–Rothrist als Kernstück des Projekts verkürzt viele Reisezeiten und ermöglicht eine effizientere Vernetzung des Schweizer Bahnnetzes.
2016
Eröffnung Gotthard-Basistunnel
Der längste Eisenbahntunnel der Welt wird eröffnet. Als Herzstück der NEAT verkürzt er die Alpenquerung, verbessert die internationalen Verbindungen und stärkt den Güter- und Personenverkehr auf der Nord-Süd-Achse.
2020
Eröffnung Ceneri-Basistunnel
Mit der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels wird die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) vollendet. Zusammen mit den Basistunneln am Lötschberg (2007) und Gotthard (2016) verkürzt sie die Reisezeiten zwischen Nord- und Südschweiz deutlich.
2027
125 Jahre SBB
Täglich sorgen rund 35'800 Mitarbeitende dafür, dass 1,43 Millionen Reisende sicher und pünktlich auf einem 3'258 Kilometer langen Schienennetz mit rund 800 Bahnhöfen und Haltestellen unterwegs sind.