Forschungsthemen

Sie suchen nach einem Forschungsthema für Ihre Seminar- oder Masterarbeit? Dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf! Gerne stehen wir Ihnen bei der Themenwahl und Quellensuche zur Seite. Unsere vielfältigen Bestände warten darauf, ausgewertet zu werden. Hier finden Sie einige Themenvorschläge von uns:

SLM-Archiv: Bahnen für die Welt, ein Stück Schweizer Wirtschafts- und Kolonialgeschichte
Dampflokomotive mit kurzem Zug vor einem steinernen Tunnelportal, daneben Männer in weisser Tropenkleidung mit Tropenhelm

Die 1871 in Winterthur gegründete Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) bediente bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen internationalen Absatzmarkt für ihre Produkte. So produzierte die SLM u.a. Lokomotiven für Britisch-Indien, Tunesien, das französische Völkerbundmandat Syrien-Libanon, Niederländisch-Indien, Südafrika und Brasilien.

Der Forstdienst und die Schutzbauten der SBB
Holzverlad im Rigiwald: Arbeiter auf einem mit Baumstämmen beladenen Flachwagen, vorne ein Bahnangestellter auf einem kleinen Dienstfahrzeug

Die SBB ist eine der grössten Waldbesitzerinnen der Schweiz. Zur Sicherung der Bahnstrecke erwarb die SBB laufend neue Wald- und Grundstücke, die aufgeforstet wurden. Diese Waldflächen dienten als Bannwald dem Schutz vor Naturgefahren, aber auch als Ressource für die Holzgewinnung.

Überschwemmungen, Sturmschäden und Lawinen wirkten sich massgeblich auf den Betrieb sowie die Bautätigkeit der SBB und ihrer Vorgängerbahnen aus.

Das visuelle Erbe der Bahn
Plakat «Orientalische Eisenbahnen»: Blick über Konstantinopel mit Moschee auf den Bosporus, unten eine Streckenkarte

Die Bildquellen in den Archiven und Sammlungen der SBB sind vielfältig. Sie ermöglichen es, Einblicke in vielschichtige betriebliche Praxen der Bundesbahn zu erschliessen sowie Rahmenbedingungen und Produktion solcher Bildquellen zu erforschen. Die Bilder des SBB-Fotodiensts zeigen etwa die unzähligen Dienstleistungen und längst verschwundenen Berufsbilder der Eisenbahn. Werbeplakate aus Britisch-Indien oder Fotografien aus Französisch-Indochina des Unternehmens SLM zeigen wiederum Spuren kolonialer Verflechtungen.

 
Geschichte des Bahnhofbuchhandels
Zwei Männer in Mantel und Hut vor einem Kiosk mit dicht aufgehängten Zeitschriften und Zeitungen

Die heute noch am Kiosk erhältlichen Westernhefte und Detektivgeschichten sorgten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für rote Köpfe bei Schweizer Sittenwächtern. So wurden Kriminal- und Westernromane von Buffalo Bill bis Sherlock Holmes als die Moral gefährdende «Schundliteratur» angesehen und zusammen mit kommunistischen Zeitungen verboten.

 
Die SLM als Arbeitgeberin, ein Stück Sozialgeschichte
Mann auf einem Podest spricht zu einer Versammlung von Arbeitern in einer grossen Fabrikhalle, im Hintergrund Schienenfahrzeuge

Mit der 1909 gegründeten AVSLM (Angestelltenvereinigung der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik) schlossen sich die kaufmännischen Mitarbeiter sowie der Werkstattstab der SLM zusammen. Eines der wichtigsten Ziele dieses Zusammenschlusses war die Besserstellung der Angestellten, die Wahrung ihrer Interessen gegenüber der Geschäftsleitung sowie die Pflege des Gemeinschaftssinns.

Die Unterlagen geben u.a. Auskunft über Verhandlungen mit der Geschäftsleitung, sie widerspiegeln die Stimmung der Angestellten während Wirtschaftskrisen und Konjunkturphasen.

Flüchtlingstransporte, Zwangsmigration und Internierte
Soldat in Uniform und Mütze lehnt sich aus einem Zugfenster, daneben weitere Reisende im Abteil, Schwarzweissaufnahme

Während des Zweiten Weltkriegs (1939-1945) und im Rahmen des Ungarnaufstands (1956) durchquerten mehrfach Vertriebene, Flüchtende sowie Verfolgte auf ihrer beschwerlichen Reise die Schweiz per Zug.

Der Westfeldzug führte 1940 zudem u.a. zur Flucht von 12’000 polnischen sowie 29’000 französischen Soldaten in die Schweiz. Diese wurden in verschiedenen Kantonen interniert. Dazu gehörten auch zahlreiche Angehörige der französischen Kolonialtruppen. Der Transport dieser Soldaten in ihre Unterkünfte wurde vom Fotodienst der SBB begleitet und für die Nachwelt fotografisch festgehalten.

Tunnel, Viadukte, Staudämme
Arbeiter beim Tunnelbau in einem mit Holzbalken abgestützten Stollen, vorne eine Kipplore und ein Mann mit Schaufel

Die SBB plante und baute im 20. und 21. Jahrhundert grosse Infrastrukturbauwerke wie Eisenbahntunnel, Viadukte oder Staudämme. Die Bahn ist damit ein zentraler Akteur innerhalb der Geschichte von Infrastrukturen. Der Bau von grossflächigen Zweckbauten beeinflusste lokale, nationale und internationale Strukturen, von der Veränderung der lokalen Umwelt und Siedlungsstruktur bis zum internationalen Transfer von Arbeitskraft und Kapital.

 
Geschichte der Logistik
Arbeiter in orangem Overall belädt mit einem Hubstapler der SBB einen braunen Güterwagen mit einer Holzkiste

1951 führt die SBB erste Versuche mit einem neuartigen «Transportbrett» durch, der sogenannten SBB-Standardpalette. Im Februar 1953 zirkulierten bereits 16000 Paletten auf 130 Bahnhöfen. Es ist ein Beispiel, wie sich die SBB als volkswirtschaftlicher Akteur positioniert und versucht, die Distributionssysteme im Güterverkehr durch Rationalisierung und Innovation zu prägen.